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<title>Fermi-Paradoxon</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Fermi-Paradoxon</span></h1>
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</div>
<div id="mw-content-text" class="mw-body-content mw-content-ltr" lang="de" dir="ltr"><div class="mw-content-ltr mw-parser-output" lang="de" dir="ltr"><p>Das <b>Fermi-Paradoxon</b> ist eine Bezeichnung für das Ergebnis von Überlegungen des <a href="Physiker" title="Physiker">Physikers</a> <a href="Enrico_Fermi" title="Enrico Fermi">Enrico Fermi</a> aus dem Jahr 1950. Fermi ging davon aus, dass es <a href="Extraterrestrische_Intelligenz" title="Extraterrestrische Intelligenz">extraterrestrische Intelligenz</a> gibt, die technisch hochentwickelte Zivilisationen über Millionen von Jahren aufrechterhalten kann. In dieser Zeitspanne sollte es theoretisch mittels <a href="Interstellare_Raumfahrt" title="Interstellare Raumfahrt">interstellarer Raumfahrt</a> möglich sein, die gesamte <a href="Galaxie" title="Galaxie">Galaxie</a> zu kolonisieren – und der Wahrscheinlichkeit nach sollte dies bereits geschehen sein. Dass dennoch die Suche nach den Spuren von <a href="Au%C3%9Ferirdisches_Leben" title="Außerirdisches Leben">außerirdischem Leben</a> bisher erfolglos blieb, erschien ihm paradox und als Hinweis darauf, entweder die Annahmen oder die Beobachtungen infrage zu stellen.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Hintergrund">Hintergrund</h2></div>
<p>Enrico Fermi diskutierte 1950 auf dem Weg zum Mittagessen im <a href="Los_Alamos_National_Laboratory" title="Los Alamos National Laboratory">Los Alamos National Laboratory</a> mit <a href="Edward_Teller" title="Edward Teller">Edward Teller</a>, <a href="Emil_Konopinski" title="Emil Konopinski">Emil Konopinski</a> und <a href="Herbert_York" title="Herbert York">Herbert York</a> angebliche <a href="UFO" title="UFO">UFO</a>-Sichtungen und einen Cartoon aus der Zeitschrift <a href="The_New_Yorker" title="The New Yorker">The New Yorker</a> über Außerirdische und fragte schließlich: „Where is everybody?“ Warum seien weder Raumschiffe anderer Weltraumbewohner noch andere Spuren extraterrestrischer Technik zu beobachten?<sup id="cite_ref-1" class="reference"><a href="#cite_note-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-2" class="reference"><a href="#cite_note-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Mit der <a href="Drake-Gleichung" title="Drake-Gleichung">Drake-Gleichung</a> kann die Wahrscheinlichkeit für die gleichzeitige Existenz anderer Zivilisationen in der Milchstraße abgeschätzt werden. Allerdings waren die meisten <a href="Parameter_(Mathematik)" title="Parameter (Mathematik)">Parameter</a> der Drake-Gleichung zur Zeit ihrer Publikation im Jahr 1961 noch unbekannt.<sup id="cite_ref-3" class="reference"><a href="#cite_note-3"><span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Eine detaillierte wissenschaftliche Betrachtung des Problems begann in den frühen 1970er Jahren mit Studien von <a href="Michael_H._Hart" title="Michael H. Hart">Michael H. Hart</a>,<sup id="cite_ref-4" class="reference"><a href="#cite_note-4"><span class="cite-bracket">[</span>4<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> weswegen auch der Ausdruck <i>Fermi-Hart-Paradoxon</i> verwendet wird.<sup id="cite_ref-5" class="reference"><a href="#cite_note-5"><span class="cite-bracket">[</span>5<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-6" class="reference"><a href="#cite_note-6"><span class="cite-bracket">[</span>6<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Fermi selbst ging nicht von der Möglichkeit interstellarer Reisen aus, weshalb der Begriff Fermi-<i>Paradoxon</i> in Frage gestellt wurde. Robert H. Gray schlug zu Ehren von <a href="Michael_H._Hart" title="Michael H. Hart">Michael H. Hart</a> und <a href="Frank_J._Tipler" title="Frank J. Tipler">Frank J. Tipler</a> stattdessen als Bezeichnung „Hart-Tipler-Argument“ vor. Von Hart stammt die zugespitzte, fälschlich Fermi zugeschriebene Aussage „They are not here; therefore they do not exist“. Tipler erweiterte das Problem um <a href="Selbstreplikation" title="Selbstreplikation">selbstreplizierende</a> Maschinen.<sup id="cite_ref-7" class="reference"><a href="#cite_note-7"><span class="cite-bracket">[</span>7<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Grundlegende_Überlegungen"><span id="Grundlegende_.C3.9Cberlegungen"></span>Grundlegende Überlegungen</h2></div>
<p>Zunächst erfolgten grundlegende Überlegungen:
</p>
<ul><li>Aufgrund des <a href="Universum#Alter_und_Zusammensetzung" title="Universum">Alters des Universums</a> und seiner hohen Anzahl an Sternen sollte Leben auch außerhalb der Erde verbreitet sein, vorausgesetzt, die Entstehung von Leben auf der Erde wäre kein ungewöhnlicher Vorgang.<sup id="cite_ref-sagan_8-0" class="reference"><a href="#cite_note-sagan-8"><span class="cite-bracket">[</span>8<span class="cite-bracket">]</span></a></sup></li></ul>
<ul><li>Ausgehend von der Annahme, dass die Erde keine absolute Ausnahme unter den Planeten und unser Sonnensystem nicht ungewöhnlich ist, steht die bisher nicht bezifferbare Möglichkeit im Raum, dass weitere technische Zivilisationen in unserer Galaxie existieren.</li></ul>
<ul><li>Die <a href="Milchstra%C3%9Fe" title="Milchstraße">Galaxis</a> ist ungefähr 100.000 <a href="Lichtjahr" title="Lichtjahr">Lichtjahre</a> breit. Ein Unterlichtantrieb, wie der des <a href="Projekt_Icarus" title="Projekt Icarus">Projekts Icarus</a>, mit einer Geschwindigkeit von 1 bis 10 % der Lichtgeschwindigkeit, würde (geradeaus und ohne Zwischenstopps) etwa 1 bis 10 Millionen Jahre für diese Strecke benötigen. Die Galaxis ist etwa 10 Milliarden Jahre alt. Eine Durchquerung wäre in der Dauer ihrer Existenz tausendfach möglich gewesen.</li></ul>
<ul><li>Wenn in der <a href="Milchstra%C3%9Fe" title="Milchstraße">Milchstraße</a> auch nur eine einzige <a href="Zivilisation" title="Zivilisation">Zivilisation</a> existiert, die zu solchen technischen Leistungen fähig ist oder war, müsste sie Spuren hinterlassen haben.</li></ul>
<p>Bisher konnten jedoch keine entsprechenden Hinweise auf die Existenz einer extraterrestrischen Zivilisation gefunden werden.
</p><p>Das Paradoxon kann folgendermaßen zusammengefasst werden:
</p>
<div class="Vorlage_Zitat" style="margin:1em 40px;">
<div style="margin:1em 0;"><blockquote style="margin:0;">
<p>„Der weit verbreitete Glaube, es gebe in unserem Universum viele technisch fortgeschrittene Zivilisationen, in Kombination mit unseren Beobachtungen, die das Gegenteil nahelegen, ist paradox und deutet darauf hin, dass entweder unser Verständnis oder unsere Beobachtungen fehlerhaft oder unvollständig sind.“
</p>
</blockquote>
</div></div>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Erklärungsversuche"><span id="Erkl.C3.A4rungsversuche"></span>Erklärungsversuche</h2></div>
<p>Zur Erklärung des Paradoxons gibt es mehrere Ansätze; dabei kann zwischen prinzipiellen Argumenten, die auf Grund der <a href="Physikalisches_Gesetz" title="Physikalisches Gesetz">Naturgesetze</a> im gesamten Universum und damit auch für mögliche Lebensformen gleichermaßen gelten oder aus der <a href="Philosophie" title="Philosophie">Philosophie</a> bzw. <a href="Religion" title="Religion">Religion</a> stammen, und schwachen Argumenten unterschieden werden.
</p><p>Ein Aspekt der schwachen Argumente besteht zunächst darin, dass Fermi von einer fortgeschrittenen Zivilisation ausging.<sup id="cite_ref-9" class="reference"><a href="#cite_note-9"><span class="cite-bracket">[</span>9<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Einige dieser Argumente sind der <a href="Parawissenschaft" title="Parawissenschaft">Parawissenschaft</a> zuzuordnen.
</p><p>Folgende Aussagen finden sich in <i>The Fermi Paradox: An Approach Based on Percolation Theory</i> von <a href="Geoffrey_A._Landis" title="Geoffrey A. Landis">Geoffrey A. Landis</a>:<sup id="cite_ref-10" class="reference"><a href="#cite_note-10"><span class="cite-bracket">[</span>10<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="Vorlage_Zitat" style="margin:1em 40px;">
<div style="margin:1em 0;"><blockquote style="margin:0;">
<p>„Vorgeschlagene Lösungen des Fermi-Paradoxons verneinen entweder vollständig die Möglichkeit extraterrestrischer Zivilisationen, eine Annahme, die bisher nicht belegt werden kann, oder akzeptieren die Möglichkeit außerirdischer technischer Zivilisationen und schlagen Erklärungen vor, warum diese trotzdem nicht die Milchstraße kolonisiert haben.<br>
Die Erklärungen beinhalten dabei die Vorschläge, dass solche Zivilisationen zusammenbrechen oder sich selbst zerstören, ihnen die Ressourcen ausgehen, sie sich gegen Kolonisierung entscheiden oder zwar kolonisieren, aber uns bewusst ignorieren.<br>
Das Problem mit diesen Erklärungsversuchen ist, dass sie alle eine Gleichartigkeit der Motive von Zivilisationen über extrem lange Zeiträume voraussetzen.“<sup id="cite_ref-11" class="reference"><a href="#cite_note-11"><span class="cite-bracket">[</span>11<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
</blockquote>
</div></div>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Prinzipielle_Argumente">Prinzipielle Argumente</h3></div>
<div class="mw-heading mw-heading4"><h4 id="Die_Hypothese_der_ungewöhnlichen_Erde_/_Wir_sind_tatsächlich_allein"><span id="Die_Hypothese_der_ungew.C3.B6hnlichen_Erde_.2F_Wir_sind_tats.C3.A4chlich_allein"></span>Die Hypothese der ungewöhnlichen Erde / Wir sind tatsächlich allein</h4></div>
<p>Ein Gedankengang ist der, dass vielzelliges Leben im Universum außergewöhnlich selten sei, weil erdähnliche Planeten potentiell selten seien. Es seien viele unwahrscheinliche Zufälle zusammengekommen, die Leben auf der Erde möglich gemacht hätten. Die Argumente dazu werden unter dem Begriff <a href="Rare-Earth-Hypothese" title="Rare-Earth-Hypothese">Rare-Earth-Hypothese</a> zusammengefasst.
Solche Zufälle sind die Position des <a href="Sonnensystem" title="Sonnensystem">Sonnensystems</a> in der Milchstraße (Strahlung), die Position der Erde im Sonnensystem (Temperatur), die Existenz eines relativ großen <a href="Mond" title="Mond">Mondes</a> (Stabilisierung der <a href="Erdachse" title="Erdachse">Erdachse</a>) usw. Insofern verliert das Fermi-Paradoxon seinen paradoxen Charakter, weil bereits eine der Grundannahmen abgelehnt wird. Diese Argumentation findet sich zum Beispiel bei <a href="John_D._Barrow" title="John D. Barrow">John D. Barrow</a> und <a href="Frank_J._Tipler" title="Frank J. Tipler">Frank J. Tipler</a>, dem <a href="Kreationismus" title="Kreationismus">Kreationismus</a> nahestehende <a href="Kosmologe" class="mw-redirect" title="Kosmologe">Kosmologen</a>.
</p><p>Obwohl diese Hypothese vielfach als zwingend überzeugend angesehen wird, widersprechen andere der Seltenheit erdähnlicher Planeten (was durch die zunehmende Zahl entdeckter <a href="Extrasolarer_Planet" class="mw-redirect" title="Extrasolarer Planet">Exoplaneten</a> nahe liegt) oder behaupten, komplexes Leben benötige nicht zwingend erdähnliche Bedingungen, um sich zu entwickeln (siehe <a href="Kohlenstoffchauvinismus" title="Kohlenstoffchauvinismus">Kohlenstoffchauvinismus</a>).
</p><p>Eine Sonderform dieses Argumentes geht davon aus, dass die Entwicklung höherer Intelligenz im Laufe der <a href="Evolution" title="Evolution">Evolution</a> extrem unwahrscheinlich ist. So ist auch bei keiner der komplexen Lebensformen, die in der Vergangenheit auf der Erde existierten, die Entstehung beziehungsweise das Vorhandensein höherer Intelligenz bekannt. (vgl. <a href="Silurianer-Hypothese" title="Silurianer-Hypothese">Silurianer-Hypothese</a>)
</p><p>Es gibt Schätzungen, die die Wahrscheinlichkeit, die einzige Zivilisation in der Milchstraße zu sein, mit 53 bis 95 % angeben.<sup id="cite_ref-12" class="reference"><a href="#cite_note-12"><span class="cite-bracket">[</span>12<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading4"><h4 id="Unmöglichkeit_interstellarer_Kolonisation"><span id="Unm.C3.B6glichkeit_interstellarer_Kolonisation"></span>Unmöglichkeit interstellarer Kolonisation</h4></div>
<p>Eine Voraussetzung des Paradoxons, nämlich eine Zivilisation, die zu interstellarer Kolonisation fähig ist, kann möglicherweise prinzipiell nicht erfüllt werden. Unter diesen Umständen könnte es in der Milchstraße mehrere technische Zivilisationen geben, die jedoch räumlich zu weit voneinander entfernt sind, um sich gegenseitig zu beeinflussen (<a href="Milchstra%C3%9Fe#Größenvergleich" title="Milchstraße">Veranschaulichung der Entfernungen</a>). Der mittlere Abstand zwischen den Galaxien beträgt rund drei Millionen Lichtjahre.<sup id="cite_ref-13" class="reference"><a href="#cite_note-13"><span class="cite-bracket">[</span>13<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Entscheidend ist jedoch der mittlere Abstand zwischen bewohnbaren Exoplaneten in der Milchstraße und die maximal mögliche Reisegeschwindigkeit. Ein Überschreiten der Lichtgeschwindigkeit ist gemäß der <a href="Relativit%C3%A4tstheorie" title="Relativitätstheorie">Relativitätstheorie</a> nicht möglich. Zur Veranschaulichung sei als Beispiel die Entfernung unserer Sonne zum nächsten Stern, <a href="Proxima_Centauri" title="Proxima Centauri">Proxima Centauri</a>, genannt, der bei Kommunikation über <a href="Lichtgeschwindigkeit" title="Lichtgeschwindigkeit">Lichtgeschwindigkeit</a> erst nach circa 4,2 Jahren erreicht werden könnte. Die 20 nächstgelegenen <a href="Liste_potentiell_bewohnbarer_Planeten" title="Liste potentiell bewohnbarer Planeten">potenziell bewohnbaren Exoplaneten</a> sind zwischen 4,25 und 39 Lichtjahren von uns entfernt.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading4"><h4 id="Verteilungsmuster_/_zivilisatorische_Diffusion"><span id="Verteilungsmuster_.2F_zivilisatorische_Diffusion"></span>Verteilungsmuster / zivilisatorische Diffusion</h4></div>
<p>Nach einem Ansatz von Geoffrey A. Landis<sup id="cite_ref-14" class="reference"><a href="#cite_note-14"><span class="cite-bracket">[</span>14<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> kann die Kolonisation der Galaxis mittels der <a href="Perkolationstheorie" title="Perkolationstheorie">Perkolationstheorie</a> als ein der <a href="Diffusion" title="Diffusion">Diffusion</a> ähnlicher Vorgang untersucht werden.
Landis geht dabei von zwei Prämissen aus:
</p>
<ol><li>Jede Zivilisation ist maximal in der Lage, direkte Nachbarsysteme in einem beschränkten Umkreis zu kolonisieren.</li>
<li>Jede Kolonie kann sich mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit <span class="mwe-math-element mwe-math-element-inline"><span class="mwe-math-mathml-inline mwe-math-mathml-a11y" style="display: none;"><math xmlns="http://www.w3.org/1998/Math/MathML" alttext="{\displaystyle P}">
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<p>Unter diesen Umständen würde die Galaxis nicht gleichmäßig bevölkert, vielmehr würden sich „Blasen“ herausbilden, die von stagnierenden Kolonien umgrenzt sind. Innerhalb dieser Blasen würde dann keine weitere Kolonisierung erfolgen. Umgekehrt könnte es dann auch Blasen mit einer hohen „Zivilisationsdichte“ geben.
Das Verhältnis zwischen diesen Blasen wird dabei maßgeblich von der Wahrscheinlichkeit für erfolgreiche Kolonisierung sowie der Entwicklung zum kolonisierenden bzw. stagnierenden Zivilisationstyp beeinflusst.
</p>
<ul><li>Liegt <span class="mwe-math-element mwe-math-element-inline"><span class="mwe-math-mathml-inline mwe-math-mathml-a11y" style="display: none;"><math xmlns="http://www.w3.org/1998/Math/MathML" alttext="{\displaystyle P}">
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<li>Liegt <span class="mwe-math-element mwe-math-element-inline"><span class="mwe-math-mathml-inline mwe-math-mathml-a11y" style="display: none;"><math xmlns="http://www.w3.org/1998/Math/MathML" alttext="{\displaystyle P}">
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<li>Liegt <span class="mwe-math-element mwe-math-element-inline"><span class="mwe-math-mathml-inline mwe-math-mathml-a11y" style="display: none;"><math xmlns="http://www.w3.org/1998/Math/MathML" alttext="{\displaystyle P}">
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</math></span><img src="./_assets_/eb734a37dd21ce173a46342d1cc64c92/7f5cb998e64c6e024e849f1aa1e5606209507710.svg" class="mwe-math-fallback-image-inline mw-invert skin-invert" aria-hidden="true" style="vertical-align: -0.671ex; width:2.436ex; height:2.509ex;" alt="{\displaystyle P_{c}}" loading="lazy"></span>, wird die Galaxis von einer <a href="Fraktal" title="Fraktal">fraktalen</a> Struktur durchzogen, in der sowohl große bevölkerte als auch nicht bevölkerte Gebiete existieren. Wir würden dann in einem nicht bevölkerten Gebiet leben.</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading4"><h4 id="Selbstauslöschung"><span id="Selbstausl.C3.B6schung"></span>Selbstauslöschung</h4></div>
<p>Nach dem Argument der Selbstauslöschung liege es in der Natur technischer Zivilisationen, sich zu zerstören<sup id="cite_ref-vinn2024_15-0" class="reference"><a href="#cite_note-vinn2024-15"><span class="cite-bracket">[</span>15<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>. Nach <a href="Stephen_Hawking" title="Stephen Hawking">Stephen Hawking</a> sei die Entstehung von Leben wahrscheinlich und die Entwicklung von Intelligenz möglich, würde ab einem gewissen Punkt aber instabil werden, sodass es zu einer (unabsichtlichen) Selbstauslöschung käme. Mögliche Auslöser könnten (aktuell) z. B. sein: <a href="Atomkrieg" title="Atomkrieg">Atomkrieg</a>, genmanipulierte Viren und unkontrollierbarer <a href="Treibhauseffekt" title="Treibhauseffekt">Treibhauseffekt</a>.<sup id="cite_ref-16" class="reference"><a href="#cite_note-16"><span class="cite-bracket">[</span>16<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Der Technikphilosoph <a href="Nick_Bostrom" title="Nick Bostrom">Nick Bostrom</a> sieht daneben die Gefahren durch <a href="Nanobot" title="Nanobot">Nanobots</a> oder eine sich explosionsartig entwickelnde <a href="Superintelligenz" title="Superintelligenz">Superintelligenz</a>, die jeweils nicht mehr vom Menschen kontrollierbar seien, sowie infolge prinzipiell noch unbekannter Unwägbarkeiten.<sup id="cite_ref-17" class="reference"><a href="#cite_note-17"><span class="cite-bracket">[</span>17<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="Vorlage_Zitat" style="margin:1em 40px;">
<div style="margin:1em 0;"><blockquote lang="en" style="margin:0;">
<p>“[T]he most likely explanation of negative results, after a comprehensive and resourceful search, is that societies destroy themselves before they are advanced enough to establish a high-power radio transmitting service.”
</p>
</blockquote>
<blockquote style="margin:.5em 0 0 0;" lang="de-Latn">
<p>„Die wahrscheinlichste Erklärung für negative Ergebnisse nach einer umfassenden und gut ausgestatteten Suche ist, dass Gesellschaften sich selbst zerstören, bevor sie weit genug fortgeschritten sind, um einen Hochleistungs-Funkverkehr einzurichten.“
</p>
</blockquote></div><div class="cite" style="margin:-1em 0 1em 1em;">– <style data-mw-deduplicate="TemplateStyles:r261921330">
/* start https://de.wikipedia.org/ */
.mw-parser-output .Person{font-variant:small-caps}
/* end https://de.wikipedia.org/ */
</style><span class="Person h-card">Carl Sagan</span><sup id="cite_ref-18" class="reference"><a href="#cite_note-18"><span class="cite-bracket">[</span>18<span class="cite-bracket">]</span></a></sup></div></div>
<div class="mw-heading mw-heading4"><h4 id="Astrophysikalische_Erklärung"><span id="Astrophysikalische_Erkl.C3.A4rung"></span>Astrophysikalische Erklärung</h4></div>
<p><a href="Gammastrahlenausbruch" class="mw-redirect" title="Gammastrahlenausbruch">Gammastrahlenausbrüche</a> <i>(GRBs)</i> gelten als die energiereichsten Phänomene im Universum. Sie können die über die gesamte Lebensdauer eines Sternes freiwerdende Energiemenge in Sekunden in Form fokussierter <i>Jets</i> abstrahlen. Auch über Lichtjahre entfernt können diese auf den in ihren Strahlenkegeln befindlichen Planeten Massensterben und die Vernichtung höherer Lebensformen auslösen. Dieser Effekt könnte bei entsprechender Häufigkeit für eine weitgehende Sterilisierung der kosmischen Lebensbedingungen verantwortlich sein. Die Wahrscheinlichkeit für einen die Lebensbedingungen der Erde zerstörenden GRB lag für die vergangenen 500 Millionen Jahre bei 50 %. Nach einer auf den <a href="Swift_(Satellit)" title="Swift (Satellit)">Swift</a>-Daten basierenden Abschätzung <i>(Tsvi Piran et al.)</i> soll in Galaxien, die sich in den ersten fünf Milliarden Jahren des Universums bildeten (<a href="Rotverschiebung" title="Rotverschiebung">z</a> > 0,5), aufgrund intensiver GRB-Aktivität eine Entwicklung zu komplexeren Lebensformen generell unmöglich gewesen sein. Von den heute existierenden Galaxien soll nur in einer von zehn Leben – wie wir es kennen – ausreichend lange Zeit gehabt haben, sich ungestört entwickeln zu können – insbesondere jedoch in größeren Galaxien als unserer Milchstraße.<sup id="cite_ref-19" class="reference"><a href="#cite_note-19"><span class="cite-bracket">[</span>19<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-20" class="reference"><a href="#cite_note-20"><span class="cite-bracket">[</span>20<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading4"><h4 id="Mathematisches_A-priori-Argument">Mathematisches A-priori-Argument</h4></div>
<p>Nach einer Überlegung des Astrophysikers <a href="J._Richard_Gott" title="J. Richard Gott">J. Richard Gott</a> spricht die Wahrscheinlichkeit gegen die These, dass Galaxien in der Regel weitgehend kolonisiert werden, da dann fast alle Lebewesen Mitglied solcher Superzivilisationen wären. Gäbe es solche Zivilisationen, dann wäre es aus statistischen Gründen eher unwahrscheinlich, ausgerechnet als Mitglied einer vergleichsweise kleinen, jungen und noch nicht kolonisierten Zivilisation wie der unsrigen geboren worden zu sein.<sup id="cite_ref-21" class="reference"><a href="#cite_note-21"><span class="cite-bracket">[</span>21<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Diese rein mathematische Überlegung ist äquivalent dem sogenannten <a href="Doomsday-Argument" title="Doomsday-Argument">Doomsday-Argument</a> und erlaubt keine Aussage über die Existenz außerirdischen Lebens, sondern besagt lediglich, dass, wenn es solches Leben geben sollte, es höchstwahrscheinlich nicht kolonisiert. Damit löst sich Fermis Paradoxon auf, da J. Gott dessen Grundannahme negiert.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading4"><h4 id="Der_Große_Filter"><span id="Der_Gro.C3.9Fe_Filter"></span>Der Große Filter</h4></div>
<p>Das Konzept des „Großen Filters“ versucht, einzelne der oben genannten Argumente zu kombinieren. Es besagt, dass es eine Art Filter, <a href="Nadel%C3%B6hr#Übertragene_Bedeutung" title="Nadelöhr">Nadelöhr</a> oder Barriere gibt bis zum Erlangen einer Zivilisationsstufe, wie sie die Menschheit erreicht hat. Diese Barriere wäre eine Herausforderung, die es extrem schwierig macht, diese Stufe zu erreichen. Es könnte z. B. sein, dass die Entwicklung höherer Intelligenz im Laufe der Evolution außergewöhnlich selten ist (s. <i>Wir sind tatsächlich allein</i>). In diesem Sinne wäre die Menschheit die einzige Lebensform, die es bisher geschafft hat, den Großen Filter zu überwinden. Eine andere Möglichkeit ist, dass mit dem Voranschreiten und der Ausbreitung einer Zivilisation automatisch Entwicklungen verbunden sind, die normalerweise zur Auslöschung dieser Zivilisation führen (s. <i>Selbstauslöschung</i>). In diesem Fall wären andere Zivilisationen bisher am Großen Filter gescheitert und die Menschheit hätte ihn noch vor sich.<sup id="cite_ref-22" class="reference"><a href="#cite_note-22"><span class="cite-bracket">[</span>22<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Eine plausible wie auch anschauliche Form des Großen Filters ist das <a href="Kessler-Syndrom" title="Kessler-Syndrom">Kessler-Syndrom</a>, ein vom NASA-Wissenschaftler Donald Kessler errechnetes Szenario, nach dem die zunehmende Dichte von Objekten im erdnahen Orbit zu einer selbstverstärkenden Kollisionswahrscheinlichkeit führt und die Raumfahrt riskanter macht.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading4"><h4 id="Berserker-,_Deadly-Probes-_und_Dunkler-Wald-Hypothese"><span id="Berserker-.2C_Deadly-Probes-_und_Dunkler-Wald-Hypothese"></span>Berserker-, Deadly-Probes- und Dunkler-Wald-Hypothese</h4></div>
<p>Die Deadly-Probes- oder Berserker-Theorie (benannt nach <a href="Fred_Saberhagen" title="Fred Saberhagen">Fred Saberhagens</a> <i>Berserker</i>-Saga) geht davon aus, dass außerirdische Zivilisationen künstliche Sonden (engl. <i>Probes</i>, ggf. selbstreplizierend) ins All verschicken, welche andere Zivilisationen auslöschen.<sup id="cite_ref-Brin_23-0" class="reference"><a href="#cite_note-Brin-23"><span class="cite-bracket">[</span>23<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-24" class="reference"><a href="#cite_note-24"><span class="cite-bracket">[</span>24<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Eine absichtliche Auslöschung erfolgt dabei, um potentielle Feinde oder Konkurrenten um Ressourcen bereits frühzeitig zu eliminieren, damit diese der Besiedlung des Alls nicht mehr im Wege stehen. Eine Variante dieser Theorie ist, dass die Sonden außer Kontrolle geraten und dann auch ihre Schöpfer vernichten. Eine weitere Variante geht davon aus, dass die Auslöschung mehr oder weniger (un-)absichtlich und ein Nebenprodukt eines <a href="Terraforming" title="Terraforming">Terraformingprozesses</a> ist, bei der das ursprüngliche <a href="%C3%96kosystem" title="Ökosystem">Ökosystem</a> des terraformen Planeten zerstört wird.
</p><p>Thematisch in eine ähnliche Richtung geht die <a href="Dunkler-Wald-Hypothese" title="Dunkler-Wald-Hypothese">Dunkler-Wald-Hypothese</a>, benannt nach Liu Cixins Buch <i><a href="Der_dunkle_Wald" title="Der dunkle Wald">Der dunkle Wald</a></i>. Demnach existieren außerirdische Zivilisationen zwar und könnten gegebenenfalls auch miteinander kommunizieren. Jedoch verhalten sie sich möglichst unauffällig und tarnen sich, um nicht die Aufmerksamkeit anderer, feindlich gesinnter Spezies zu erregen. Ähnlich wie der Vorgang der Tarnung in der Biologie soll damit das <a href="Pr%C3%A4dationsrisiko" title="Prädationsrisiko">Prädationsrisiko</a> bzw. Auslöschungsrisiko vermindert werden. Das Weltall ist demnach wie ein dunkler Wald voller Raubtiere, und die beste Überlebensstrategie ist die Tarnung.<sup id="cite_ref-25" class="reference"><a href="#cite_note-25"><span class="cite-bracket">[</span>25<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Schwache_Argumente">Schwache Argumente</h3></div>
<p>Bei den schwachen Argumenten handelt es sich um Überlegungen, die teilweise von Fermis Gedankengängen abweichen, oder Hypothesen, die sich nicht naturwissenschaftlich verifizieren lassen.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading4"><h4 id="Mangelndes_Interesse">Mangelndes Interesse</h4></div>
<p>Selbst wenn die technische Möglichkeit zu interstellarer Kommunikation oder Kolonisation besteht, stellt sich die Frage, ob eine Zivilisation überhaupt ein ökonomisches oder philosophisches Interesse am Kontakt mit außerirdischen Zivilisationen hat. Die Menschheit hat nach Ansicht einiger Autoren bisher keine großen Anstrengungen unternommen, entsprechende Signale auszusenden (vgl. <a href="Botschaften_an_Au%C3%9Ferirdische" title="Botschaften an Außerirdische">Botschaften an Außerirdische</a>, <a href="Liste_interstellarer_Radiobotschaften" title="Liste interstellarer Radiobotschaften">Liste interstellarer Radiobotschaften</a>), und die menschliche Raumfahrt beschränkt sich weitgehend auf das Aussenden von Sonden.
</p><p>Es wird dabei die weitergehende Annahme vorausgesetzt, dass unter allen Zivilisationen ein <a href="Konsens" title="Konsens">Konsens</a> darüber herrscht, eine Kontaktaufnahme zu vermeiden.
Diese Spekulation wird teilweise auch als „Zoo-Hypothese“ bezeichnet.<sup id="cite_ref-26" class="reference"><a href="#cite_note-26"><span class="cite-bracket">[</span>26<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> In jüngerer Zeit wurde sie auch als „Aurora-Effekt“ umschrieben, benannt nach <a href="Kim_Stanley_Robinson" title="Kim Stanley Robinson">Kim Stanley Robinsons</a> Roman <i>Aurora</i>.<sup id="cite_ref-27" class="reference"><a href="#cite_note-27"><span class="cite-bracket">[</span>27<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Die Verpflichtung zur Nichteinmischung und die Folgen deren Missachtung ist Thema des 1964 erschienenen Romans <i><a href="Es_ist_nicht_leicht%2C_ein_Gott_zu_sein" title="Es ist nicht leicht, ein Gott zu sein">Es ist nicht leicht, ein Gott zu sein</a></i> von <a href="Arkadi_und_Boris_Strugazki" title="Arkadi und Boris Strugazki">Arkadi und Boris Strugazki</a>.
</p><p>Der Science-Fiction-Autor <a href="Gene_Roddenberry" title="Gene Roddenberry">Gene Roddenberry</a> formulierte dies in <i><a href="Star_Trek" title="Star Trek">Star Trek</a></i> als „<a href="Oberste_Direktive" class="mw-redirect" title="Oberste Direktive">Oberste Direktive</a>“, ein striktes Nichteinmischungsgebot, zumindest solange eine Zivilisation nicht eine definierte Schwelle überschritten hat, z. B. die technische Fähigkeit zu interstellaren Reisen.
</p><p>Überlegungen, uns selbst zu tarnen,<sup id="cite_ref-28" class="reference"><a href="#cite_note-28"><span class="cite-bracket">[</span>28<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> sprechen für die Möglichkeit anderer, technisch höher entwickelter Gesellschaften, dies viel besser zu können.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading4"><h4 id="Ressourcenknappheit_und_Rentabilität"><span id="Ressourcenknappheit_und_Rentabilit.C3.A4t"></span>Ressourcenknappheit und Rentabilität</h4></div>
<p>Hier stellt sich folgende Frage: Könnte eine Zivilisation (noch) die Ressourcen aufbringen, fremde <a href="Planetensystem" title="Planetensystem">Sternsysteme</a> zu erreichen, sobald eine Situation eintritt, die solch eine Unternehmung lohnend oder gar notwendig erscheinen lässt? Ein bekanntes Beispiel hierzu ist die <a href="Marskolonisation" title="Marskolonisation">Marskolonisation</a>.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading4"><h4 id="Mangelnde_Sichtbarkeit">Mangelnde Sichtbarkeit</h4></div>
<p>Das Aussenden von <a href="Radio" title="Radio">Radiosignalen</a> zur Kommunikation ist relativ ineffizient.
Auch wurde vorgeschlagen, ein Ergebnis der <a href="Informationstheorie" title="Informationstheorie">Informationstheorie</a> könne das Fehlen erkennbarer Signale erklären. Die Informationstheorie besagt, dass eine maximal komprimierte Nachricht für jene ununterscheidbar vom Hintergrundrauschen ist, die den Kompressionsalgorithmus nicht kennen. <a href="Search_for_Extraterrestrial_Intelligence" title="Search for Extraterrestrial Intelligence">SETI</a> hingegen sucht ausschließlich nach dem simpelsten aller Signale, einer unmodulierten <a href="Sinus_und_Kosinus" title="Sinus und Kosinus">Sinuskurve</a>. Die Grundannahme von SETI ist die Bereitschaft anderer Lebensformen, sich durch ein einfach zu entdeckendes Signal deutlich mitzuteilen. Aus diesen Gründen würden die heutigen Suchmethoden eine hochgradig komprimierte Übertragung schlicht übersehen.
</p><p>Die Sommerschlaf-Hypothese greift Überlegungen von <a href="Freeman_Dyson" class="mw-redirect" title="Freeman Dyson">Freeman Dyson</a> auf und bezieht sich auf eine weit fortgeschrittene Zivilisation, für die Informationsverarbeitung wesentlich ist.<sup id="cite_ref-29" class="reference"><a href="#cite_note-29"><span class="cite-bracket">[</span>29<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Dafür wird Energie benötigt, die aber endlich ist. Da sich das Universum <a href="Inflation_(Kosmologie)" title="Inflation (Kosmologie)">inflationär</a> ausdehnt, wird es kälter, und das <a href="De-Sitter-Modell" title="De-Sitter-Modell">De-Sitter-Modell</a> kann gelten. Unter Berücksichtigung des <a href="Landauer-Prinzip" title="Landauer-Prinzip">Landauer-Prinzips</a> ist offenkundig, dass die Informationsverarbeitung nach der Abkühlung um einen astronomisch hohen Faktor effizienter ist. Eine fortgeschrittene Zivilisation wird sich daher zu einer Zeit mit noch warmer Umgebung in Schlaf versetzen, um zu einem viel späteren Zeitpunkt von der dann kalten Umgebung zu profitieren.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading4"><h4 id="Zeitlicher_Versatz">Zeitlicher Versatz</h4></div>
<p>Da Signale mit Lichtgeschwindigkeit ausgesendet werden, kommt es zu einem zeitlichen Versatz in der Kommunikation. So braucht ein Signal von der Erde bis zu einem potentiell Leben tragenden Planeten um den <a href="Teegardens_Stern" title="Teegardens Stern">Teegardens Stern</a> rund 12,5 Jahre. Dabei stellt sich die Frage, welchen zeitlichen Abstand Populationen in verschiedenen Sternsystemen akzeptieren können, um überhaupt ein Interesse oder einen Zusammenhalt zu entwickeln. Unterschieden werden zwei Ansätze:
</p>
<ul><li><i>Sie existieren – wir haben sie nur verpasst</i>. Diese Hypothese basiert darauf, dass alle besuchenden Zivilisationen langfristig stagnieren oder aussterben, statt zu expandieren. Das kann nicht ausgeschlossen werden, denn die gesamte Dauer der menschlichen Existenz ist auf kosmologischer Skala derartig klein, dass selbst ein Weiterleben unserer Spezies über Hunderttausende von Jahren wenig ändert. Dadurch könnten Zivilisationen zeitlich und räumlich schlicht zu weit auseinanderliegen, um einander zu begegnen. Dieser Hypothese widerspricht die Möglichkeit der <a href="Von-Neumann-Sonde" title="Von-Neumann-Sonde">Von-Neumann-Sonden</a>, die eine weit längere Lebensdauer als ihre Ursprungszivilisation haben könnten. Eine Zivilisation, die Von-Neumann-Sonden aussendet, könnte diese auch in ihrer Reproduktion beschränken, sodass sich jedem Sternsystem maximal eine Sonde zuordnen würde. Diese Sonde würde sich nur reproduzieren, wenn ihre eigene Lebensdauer abläuft. Sie könnten als Bojen auch stationär sein und z. B. nur ein schwaches Signal aussenden.</li></ul>
<ul><li><i>Sie werden existieren – wir sind die Ersten</i>. Nach dieser Hypothese steht das Universum gerade erst am Beginn des <a href="Habitable_Zone#Kosmisch_habitables_Alter" title="Habitable Zone">kosmisch habitablen Alters</a>. Das heißt, anderswo muss das Leben etwa zum selben Zeitpunkt oder später entstanden sein als auf der Erde, nicht aber früher. Demnach wären außerirdische Zivilisationen bestenfalls auf unserem Entwicklungsstand, was sich natürlich auch auf die interstellaren Reise- und Kommunikationsmöglichkeiten niederschlägt.</li></ul>
<p>Weitergehend wird angenommen, dass außerirdische Zivilisationen bereits Kontaktversuche unternommen haben, diese von der Wissenschaft jedoch ignoriert wurden oder nicht wahrgenommen werden konnten oder von einer oder mehreren Regierungen geheim gehalten werden. Dies ist in etlichen Science-Fiction-Romanen und -Filmen verarbeitet worden, so unter anderem in <i><a href="Per_Anhalter_durch_die_Galaxis" title="Per Anhalter durch die Galaxis">Per Anhalter durch die Galaxis</a></i>, und wird ebenso bei Deutungen von <a href="UFO" title="UFO">UFO</a>-Sichtungen, <a href="Verschw%C3%B6rungstheorie" title="Verschwörungstheorie">Verschwörungstheorien</a> und von Anhängern verschiedener <a href="Pseudowissenschaft" title="Pseudowissenschaft">Pseudowissenschaften</a> vertreten. Zum Teil wird davon ausgegangen, dass ein Signal nicht als Kommunikationsversuch erkannt wird. <a href="Erich_von_D%C3%A4niken" title="Erich von Däniken">Erich von Däniken</a> und andere Vertreter einer <a href="Pr%C3%A4-Astronautik" title="Prä-Astronautik">Prä-Astronautik</a> vertreten die Ansicht, dass diese Kontakte in vorgeschichtlicher Zeit stattgefunden haben.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Siehe_auch">Siehe auch</h2></div>
<ul><li><a href="Kardaschow-Skala" title="Kardaschow-Skala">Kardaschow-Skala</a></li>
<li><a href="Fermi-Problem" title="Fermi-Problem">Fermi-Problem</a></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Literatur">Literatur</h2></div>
<ul><li><a href="Stephen_Webb_(Physiker)" title="Stephen Webb (Physiker)">Stephen Webb</a>: <i>If the Universe Is Teeming with Aliens … WHERE IS EVERYBODY? Seventy-Five Solutions to the Fermi Paradox and the Problem of Extraterrestrial Life.</i> 2. Aufl. Springer, Cham 2015, ISBN 978-3-319-13235-8.</li>
<li>Marshall T. Savage: <i>The millennial project – colonizing the galaxy in eight easy steps.</i> Little Brown, Boston 1994, ISBN 0-316-77165-1.</li>
<li>Ian Crawford: <a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.ufoevidence.org/documents/doc92.htm"><i>Where Are They? Maybe we are alone in the galaxy after all.</i></a> In: <i>Ufo Evidence.</i> 20. Juli 2000, abgerufen am 9. November 2017.</li>
<li>Eric M. Jones: <i>Where is everybody? An Account of Fermi’s Question.</i> In: <i>Los Alamos Technical Report.</i> März 1985, <a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.fas.org/sgp/othergov/doe/lanl/la-10311-ms.pdf">fas.org</a> (PDF; 1,1 MB) <a href="Federation_of_American_Scientists" title="Federation of American Scientists">Federation of American Scientists</a>; abgerufen am 2. März 2011.</li>
<li>Anders Sandberg, Eric Drexler, Toby Ord: <a rel="nofollow" class="external text" href="https://arxiv.org/abs/1806.02404"><i> Dissolving the Fermi Paradox.</i></a> In: <i>Popular Physics.</i> Juni 2018, (PDF; 255,9 kB); abgerufen am 29. Juni 2018.</li>
<li>Duncan H. Forgan: <i>Solving Fermi's Paradox.</i> Cambridge University Press, Cambridge 2019, ISBN 978-1-107-16365-2.</li>
<li>Milan M. Cirkovic: <i>The Great Silence: Science and Philosophy of Fermi's Paradox</i>. Oxford University Press 2018, ISBN 978-0-19-964630-2.</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weblinks">Weblinks</h2></div>
<ul><li>F.E. Freiheit IV: <a rel="nofollow" class="external text" href="http://fritzfreiheit.com/wiki/The_Possibilities_of_FTL:_Or_Fermi%27s_Paradox_Reconsidered"><i>The Possibilities of FTL: Or Fermi’s Paradox Reconsidered</i>.</a></li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.accelerating.org/articles/answeringfermiparadox.html">Answering the Fermi Paradox: Exploring the Mechanisms of Universal Transcension</a> von John Smart</li>
<li><a href="Robin_Hanson" title="Robin Hanson">Robin Hanson</a>: <a rel="nofollow" class="external text" href="http://hanson.gmu.edu/greatfilter.html"><i>The Great Filter – Are We Almost Past It?</i></a>. In: <i>hanson.gmu.edu</i>. 15. September 1998.</li>
<li>Robert Freitas:
<ul><li><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.rfreitas.com/Astro/ResolvingFermi1983.htm"><i>Extraterrestrial Intelligence in the Solar System: Resolving the Fermi Paradox</i>.</a> Legt nahe, unsere Beobachtungen seien unvollständig.</li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.rfreitas.com/Astro/ThereIsNoFermiParadox1985.htm"><i>There Is No Fermi Paradox</i>.</a> Wähnt einen logischen Fehler im Fermi-Paradoxon.</li></ul></li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.wissenschaft.de/astronomie-physik/warum-uns-die-ausserirdischen-noch-nicht-gefunden-haben/"><i>Warum uns die Außerirdischen noch nicht gefunden haben</i></a> – <i>Aliens würden Ewigkeiten brauchen, um die Galaxis nach intelligentem Leben zu durchforsten.</i> wissenschaft.de (eine mögliche Erklärung für das Fermi-Paradoxon); abgerufen am 11. April 2018.</li>
<li><a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Robert_H._Gray" class="extiw external" title="en:Robert H. Gray">Robert H. Gray</a>: <a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.spektrum.de/news/weder-fermi-noch-paradox/1402474"><i>Weder Fermi noch paradox. Wo sind sie denn, die Aliens?</i></a> spektrum.de, 8. März 2016.</li>
<li>Paul Gilster: <a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.centauri-dreams.org/?p=32710"><i>The Fermi Question: No Paradox At All</i>.</a> centauri-dreams.org, 10. März 2015; abgerufen am 11. April 2018.</li>
<li>Lytkin et al.: <a rel="nofollow" class="external text" href="http://articles.adsabs.harvard.edu/pdf/1995QJRAS..36..369L%7CTsiolkovsky,">Russian Cosmism and Extraterrestrial Intelligence</a> (Fermi-Paradoxon schon 1933 explizit formuliert).</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Videos">Videos</h3></div>
<ul><li><i><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.ardmediathek.de/video/alpha-centauri/was-ist-der-galaktische-zoo/ard-alpha/Y3JpZDovL2JyLmRlL2Jyb2FkY2FzdC9GMjAxNldPMDAxNjcwQTA">Was ist der galaktische Zoo?</a></i> aus der Fernseh-Sendereihe <i><a href="Alpha-Centauri" title="Alpha-Centauri">alpha-Centauri</a></i> <span style="white-space:nowrap">(ca. 15 Minuten)</span>. Erstmals ausgestrahlt am 23. Juli 2003.</li>
<li>University of Hawaii, Institute for Astronomy: <a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.youtube.com/watch?v=iR_CB_DImzo"><i>Fermi’s Paradox Revisited by Dr. Jeff Kuhn</i></a> auf <a href="YouTube" title="YouTube">YouTube</a>, 25. Juni 2013. (86:32 min; englisch)</li>
<li><a href="Kurzgesagt" title="Kurzgesagt">Dinge Erklärt – Kurzgesagt</a>: <a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.youtube.com/watch?v=wWSJYr1Lr0E"><i>Wo sind all die Aliens? Das Fermi Paradoxon (1/2)</i></a> auf <a href="YouTube" title="YouTube">YouTube</a>, 27. Dezember 2017. (6:15 min)</li>
<li>Dinge Erklärt – Kurzgesagt: <a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.youtube.com/watch?v=_UG_AtiyEmQ"><i>Das Fermi Paradoxon II – Ein paar Ideen – Wo sind die ganzen Aliens? (2/2)</i></a> auf <a href="YouTube" title="YouTube">YouTube</a>, 7. März 2018. (6:05 min)</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einzelnachweise">Einzelnachweise</h2></div>
<ol class="references">
<li id="cite_note-1"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-1">↑</a></span> <span class="reference-text">Michael Michaud: <i>Contact with Alien Civilizations – Our Hopes and Fears about Encountering Extraterrestrials.</i> Springer, Berlin 2006, ISBN 0-387-28598-9, S. 164, <a rel="nofollow" class="external text" href="http://books.google.at/books?id=tdAFlJnH648C&q=Before+Fermi#v=snippet&q=Before%20Fermi&f=false">Google Books</a></span>
</li>
<li id="cite_note-2"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-2">↑</a></span> <span class="reference-text">E. M. Jones: <i>Where is everybody.</i> An account of Fermi’s question. Technical Report, US Department of Energy, 1985, <a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.osti.gov/scitech/biblio/5746675">abstract</a>, <a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.osti.gov/scitech/servlets/purl/5746675">osti.gov</a> (PDF) abgerufen am 12. Oktober 2013</span>
</li>
<li id="cite_note-3"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-3">↑</a></span> <span class="reference-text">Robert Gast: <a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.spektrum.de/alias/neue-drake-gleichung/wuerfelspiele-mit-e-t/1199819"><i>Würfelspiele mit E.T.</i></a> Spektrum.de. 27. Juni 2013, abgerufen am 2. Juli 2013.</span>
</li>
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</ol></div><!--htdig_noindex--><div><div class="zim-footer">
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